Erfahren Sie mehr über die Produktion von Himbeeren und Erdbeeren in Europa und der Welt. Welche Sorten sind die besten und wo sind sie zu finden?

Weltweite Produktion von Himbeeren und Erdbeeren

Himbeeren

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Die meisten Himbeeren stammen aus Europa[1]

Die weltweite Produktion von Himbeeren in den Jahren 2014-2016 betrug 420.000-440.000 Tonnen. 57 % dieser Früchte stammten aus Europa, 29 % aus Nordamerika und 7 % aus Südamerika. Auf dem Alten Kontinent ist Polen der größte Himbeerproduzent. Die Produktion beträgt hier etwa 100.000 Tonnen. Nicht ganz 100.000 Tonnen stellt Serbien her, Spanien 17.000 Tonnen und Großbritannien 16.000 Tonnen. In Serbien werden Himbeeren größtenteils für die Weiterverarbeitung angebaut, in Polen dagegen sind die Plantagen sowohl für die Industrie, als auch für den Markt der Dessertfrüchte bestimmt. Die Briten wiederum setzen vollständig auf frisch zu verzehrende Früchte.

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Was hat Einfluss auf die Rentabilität der Produktion?

Die Anbautechnologie von industriellen Sorten muss einfach und billig sein, damit die Produktion rentabel ist. Die Plantagen der für Verarbeitungszwecke bestimmten Früchte werden daher im traditionellen Anbausystem im Boden und ohne Abschirmungen angelegt. Sie zeichnen sich aus durch hohe Fruchtbarkeit, Widerstandsfähigkeit gegen Wetterbedingungen und hohen Gehalt des Brix-Extrakts, der für den süßen Geschmack zuständig ist. Die Obstbauern streben zudem die Ernte mit Vollerntemaschinen an, was die Erntekosten bis zu viermal senkt.

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Der Anbau der Sorten, die an zweijährigen Trieben Früchte tragen (wie z.B. die Sorte „Willamette” in Serbien), erfordert den Anbau der Pflanzen in Spalieren, bei denen die Triebe an den Stützen festgebunden werden. Bei Sorten, die an einjährigen Trieben Früchte tragen, wie „Polka” oder „Polana” (in Polen) sowie „Heritage” (in Serbien), können die Produzenten die Anbaukosten bedeutend beschränken, da die Pflanzen keine Stützen benötigen. Außerdem werden die Triebe nach der Ernte abgemäht und so das Risiko der Infektion der Pflanzen mit Krankheiten und Schädlingen vermindert, wodurch ebenfalls weniger chemische Eingriffe notwendig sind. Aufgrund der Trockenheit in den letzten Jahren, installieren Produzenten vermehrt Bewässerungssysteme für den Feldanbau, um Missernten zu verhindern.

Wie sollten Dessertfrüchte schmecken

Dessertfrüchte müssen sich durch sehr gute Qualität auszeichnen: eine helle Farbe, Glanz, eine einheitliche Größe und Form, hohe Festigkeit und natürlich guten Geschmack. Aus diesem Grund erfolgt der Anbau unter Abschirmungen (Tunneln, Überdachungen, Gewächshäusern) sowie entweder im Bodensystem oder im sog. „bodenlosen System“, also in Behältern mit Kokos- oder Torfsubstrat mit sichergestellter Bewässerung und präziser Düngung.

Damit die Lieferungen an die Kunden nicht unterbrochen werden, setzen die Produzenten unterschiedliche Techniken ein, um die Zeit des Angebots der Früchte am Markt zu verlängern. Die Steuerung der Reifung der Früchte erfolgt durch die Nutzung von Sorten, die an zweijährigen Trieben Früchte tragen, mit unterschiedlichen Reifungszeiten (Frühjahrs- und Frühsommerproduktion) sowie durch den Einsatz von Sorten mit wiederholter Fruchtbildung und unterschiedlichen Reifeterminen (Ernte der Früchte von Sommer bis Herbst). Eingesetzt werden zudem Setzlinge mit langen Trieben (Long Cane). Dabei handelt es sich um Setzlinge von Sorten, die an zweijährigen Trieben Früchte tragen und die im vorherigen Jahr vor der Ernte auf eine Weise produziert wurden, bei der die Blütenstände auf der gesamten Länge des Triebs gebunden wurden. Diese Pflanzen werden über den Winter in Kühllagern bei Temperaturen von etwa -2 ⁰C aufbewahrt und können dann zwischen Februar und April in Gewächshäusern oder Tunneln zur Fruchtentwicklung im Frühjahr ausgesetzt werden.

Dank solcher Technologien kann frisches Obst praktisch ununterbrochen von Mai bis Oktober oder sogar November angeboten werden.

 

Erdbeeren

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Einfluss auf den Geschmack der Erdbeeren haben mehrere Faktoren[2]

Die Weltproduktion an Erdbeeren betrug im Jahr 2010 6,6 Mio. Tonnen und stieg bis 2015 auf 8 Mio. Tonnen. Der Großteil dieser Früchte (49 %) stammt aus Asien. Europa ist für 20 % der Weltproduktion verantwortlich, Nord- und Mittelamerika für 23 %. Größter europäischer Erdbeerproduzent ist die Türkei (375.000 t) vor Spanien (334.000 t). Gleich danach folgen Polen (mit einer mittleren Produktion von 198.000 t) und Deutschland.

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Produktionstechnologie

In Polen werden vor allem industrielle Früchte hergestellt. In den anderen Ländern überwiegt der Anteil an Erdbeeren für den Markt der Dessertfrüchte. Die Produktion industrieller Früchte erfolgt „im Boden“, ohne Einsatz von Streu, dafür aber unter Verwendung von Stroh zur Verhinderung der Verschmutzung der Früchte und nur sporadischer Bewässerung. Meist wird die Sorte „Senga Sengana” angebaut, die jedoch aufgrund der schlechteren Qualität ihrer Früchte vermehrt durch andere Sorten ersetzt wird.

Über die gute Qualität der Dessertfrüchte entscheiden neben der Anbautechnologie auch die Auswahl der Sorten und die Arten der Setzlinge. Die einfachste Technologie ist der Anbau im Boden auf Faserstreu (bei schweren Böden, um Krankheiten der Wurzeln durch Austrocknen des Wurzelbereichs zu verhindern) oder flach mit Frühjahrsbedeckung mit Folie bzw. Vlies zur Beschleunigung der Vegetationsphase und damit Fruchtentwicklung.

Erdbeeren

Frühe Ernte

Um eine frühestmögliche Ernte zu ermöglichen, werden die Erdbeeren unter Abdeckungen angebaut: in Gewächshäusern, Behältern mit Substrat, in Hochtunneln in Behältern oder in niedrigen Tunneln im Boden. Die Ernte dieser Früchte ist unabhängig von Witterungsbedingungen und die Früchte selbst sind schön, duftend, zeichnen sich durch hohe Festigkeit, Glanz, Geschmack und tolles Aroma aus.

Unter Abdeckungen (Tunneln, Überdachungen, Gewächshäusern) werden Sorten angebaut, die traditionell im Juni oder wiederholt Früchte tragen (etwa im Juni und dann noch einmal nach 3-4 Wochen Pause bis hin zum ersten Frost).

Für den Anbau in Behältern werden die besten Setzlinge verwendet. In der Regel wählen Obstbauern dafür den Typ „Frigo“. Diese Setzlinge werden im Winter in Kühllagern bei Temperaturen von -2 ⁰C bis zum Aussetzen aufbewahrt. Das dauert in der Regel von Februar bis Juni. Andere häufig verwendete Arten sind „Tray Plant” (aus Töpfen) oder Setzlinge mit mehreren Kronen, die eine große Ernte qualitativ guter Früchte bereits im ersten Anbaujahr ermöglichen.

[1] Material erstellt in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Niwa Hodowla Roślin Jagodowych Sp. z o.o.
[2]Ebenda. 
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